Warum HPO 2.0 anstatt E 2.0
Als heuer im Mai das E 2.0 Adoption Council – einst leuchtendes Vorbild für die Enterprise 2.0 Initiative Austria – in “Social Business Council” umbenannt wurde, wurde evident, dass die Ära des Marketing-Begriffs “Enterprise 2.0″ zu Ende gegangen war. Die Inhalte bleiben die gleichen, aber werden – so wie momentan nahezu jede Innovation aus dem Internet – mit dem neuen Buzzword “Social” gebrandet.
Also, Umbenennung in “Social Business Initiative Austria” und alles gut dann ?
Leider gibt es da ein veritables Wording-Problem, denn in Österreich assoziiert man mit “Social Business” bereits den Sozial-Sektor, v.a. dank www.socialbusinessday.org.
So positiv diese Initiative und die vielen CSR-Projekte der Top100 Österreichs auch sind – als Synonym für “Stärkung des Kerngeschäfts” taugt “Social Business” eher nicht.
Noch viel weniger als “Enterprise 2.0″ …
Das ist das Stichwort für eine weitere Frage, die uns in der Community schon länger zu denken gab: was ist der Geschäftsnutzen von Enterprise 2.0 bzw. wie kommunizieren wir diesen ? Was hat ein Anlagenbauer, eine Bank oder eine Stadtgemeinde davon, wenn jetzt Blogs, Wikis und Yammer intern genutzt werden ?
Wir haben lange über den RoI diskutiert und Transparenz, flache Hierarchien und besseres Wissensmanagement als Turbo für die Organisation, für Innovation, Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität deklamiert.
Aber wie fügen sich Agiles Projektmanagement, Open Innovation oder Unified Communication ins Konzept ?
Die adressieren die gleichen Punkte, aber werden im Kontext von Enterprise 2.0/Social Business kaum behandelt.
Da passt was nicht.
Deshalb: es geht um höhere Performance der Organisation, erzielt durch Adaptierung von Web 2.0-Best Practices, und so wollen wir es auch nennen: High Performance Organisation 2.0.
Das verstehen die Unternehmen besser, das inkludiert alle Ideen und Konzepte, die diesem Zweck dienen, und das ist anschlußfähig zu den existierenden Unternehmenskulturen.
Was meinen Sie ?


Hallo Reinhard,
gratulation zum neuen Auftritt mit HPO. Ich stimme Deinen Aussagen fast vollständig zu, außer in einem Punkt:
Enterprise 2.0 von McAfee “erfunden” ist ursprünglich kein Marketingbegriff und es war auch nie als einer gedacht. Vielmehr wurde E20 vor allem durch die IT-Branche zum Marketing-Begriff erkoren.
Das hat durchaus Parallelen, denn vor 10 Jahren ist es dem Wissensmanagement ebenfalls so ergangen, als die CMS-Hersteller mit Wissensmanagement punkten wollten. Das hat schon dem Wissensmanagement sehr geschadet – und es hat sich davon kaum mehr erholt.
LG
Alex
Lieber Alex,
danke für Deine Rückmeldung, Du hast vollkommen recht.
Andrew McAfee prägte primär aus wissenschaftlicher Sicht den Begriff “Enterprise 2.0″, um drum herum die neuen Ideen und Konzepte in einer Assoziationswolke zu strukturieren. Viele sind dann auf dieses Trittbrett aufgesprungen und haben den Begriff für die Vermarktung der eigenen Produkte, Services oder Ideen benutzt, vor allem natürlich die IT-Anbieter.
Irgendwann verwischt sich dann die Grundidee zu sehr, nutzt sich ab. Jetzt ist “Social” der neue Kristallisationspunkt, aber ich würde mir auch hier wünschen, dass mehr die Kernidee geschärft wird als jeden Auswuchs damit zu taggen.
Und eine zentrale Erkenntnis beachten: IT ist nur ein Enabler, der Mensch ist der Treiber.
Darum auch meine Präferenz für “High Performance Organisation”, denn emergent Software ist nur der Enabler für emergent Organisations.